Kinderschutz SGB 8, § 8a


SGB VIII -  Sozialgesetzbuch, Achtes Buch

Kinder- und Jugendhilfe

(Artikel 1 des Gesetzes v. 26. Juni 1990, BGBl. I S. 1163)

§ 8 Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

 

(1) Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen. Sie sind in geeigneter Weise auf ihre Rechte im Verwaltungsverfahren sowie im Verfahren vor dem Familiengericht und dem Verwaltungsgericht hinzuweisen.

 

(2) Kinder und Jugendliche haben das Recht, sich in allen Angelegenheiten der Erziehung und Entwicklung an das Jugendamt zu wenden.

 

(3) Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf Beratung ohne Kenntnis des Personensorgeberechtigten, wenn die Beratung auf Grund einer Not- und Konfliktlage erforderlich ist und solange durch die Mitteilung an den Personensorgeberechtigten der Beratungszweck vereitelt würde. § 36 des Ersten Buches bleibt unberührt.

 

§ 8a Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

 

(1) Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte einzuschätzen. Soweit der wirksame Schutz dieses Kindes oder dieses Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird, hat das Jugendamt die Erziehungsberechtigten sowie das Kind oder den Jugendlichen in die Gefährdungseinschätzung einzubeziehen und, sofern dies nach fachlicher Einschätzung erforderlich ist, sich dabei einen unmittelbaren Eindruck von dem Kind und von seiner persönlichen Umgebung zu verschaffen. Hält das Jugendamt zur Abwendung der Gefährdung die Gewährung von Hilfen für geeignet und notwendig, so hat es diese den Erziehungsberechtigten anzubieten.

 

(2) Hält das Jugendamt das Tätigwerden des Familiengerichts für erforderlich, so hat es das Gericht anzurufen; dies gilt auch, wenn die Erziehungsberechtigten nicht bereit oder in der Lage sind, bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos mitzuwirken. Besteht eine dringende Gefahr und kann die Entscheidung des Gerichts nicht abgewartet werden, so ist das Jugendamt verpflichtet, das Kind oder den Jugendlichen in Obhut zu nehmen.

 

(3) Soweit zur Abwendung der Gefährdung das Tätigwerden anderer Leistungsträger, der Einrichtungen der Gesundheitshilfe oder der Polizei notwendig ist, hat das Jugendamt auf die Inanspruchnahme durch die Erziehungsberechtigten hinzuwirken. Ist ein sofortiges Tätigwerden erforderlich und wirken die Personensorgeberechtigten oder die Erziehungsberechtigten nicht mit, so schaltet das Jugendamt die anderen zur Abwendung der Gefährdung zuständigen Stellen selbst ein.

 

(4) In Vereinbarungen mit den Trägern von Einrichtungen und Diensten, die Leistungen nach diesem Buch erbringen, ist sicherzustellen, dass

 

1.  deren Fachkräfte bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für die

      Gefährdung eines von ihnen betreuten Kindes oder Jugendlichen eine Gefährdungseinschätzung vornehmen,

 

2.     bei der Gefährdungseinschätzung eine insoweit erfahrene Fachkraft beratend

hinzugezogen wird sowie

 

3.      die Erziehungsberechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche in die

Gefährdungseinschätzung einbezogen werden, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird. In die Vereinbarung ist   neben den Kriterien für die Qualifikation der beratend hinzuzuziehenden insoweit erfahrenen Fachkraft insbesondere die Verpflichtung aufzunehmen, dass die Fachkräfte der Träger bei den Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken, wenn sie diese für erforderlich halten,und das Jugendamt informieren, falls die Gefährdung nicht anders abgewendet werden kann.

 

(5) Werden einem örtlichen Träger gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder eines Jugendlichen bekannt, so sind dem für die Gewährung von Leistungen zuständigen örtlichen Träger die Daten mitzuteilen, deren Kenntnis zur Wahrnehmung des Schutzauftrags bei Kindeswohlgefährdung nach § 8a erforderlich ist. Die Mitteilung soll im Rahmen eines Gespräches zwischen den Fachkräften der beiden örtlichen Träger erfolgen, an dem die Personensorgeberechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche beteiligt werden sollen, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder des Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird.

 

§ 8b Fachliche Beratung und Begleitung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen

 

(1) Personen, die beruflich in Kontakt mit Kindern oder Jugendlichen stehen, haben bei der Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung im Einzelfall gegenüber dem örtlichen Träger der Jugendhilfe Anspruch auf Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft.

 

(2) Träger von Einrichtungen, in denen sich Kinder oder Jugendliche ganztägig oder für einen Teil des Tages aufhalten oder in denen sie Unterkunft erhalten, und die zuständigen Leistungsträger, haben gegenüber dem überörtlichen Träger der Jugendhilfe Anspruch auf Beratung bei der Entwicklung und Anwendung fachlicher Handlungsleitlinien

 

1. zur Sicherung des Kindeswohls und zum Schutz vor Gewalt sowie

 

2. zu Verfahren der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an strukturellen Entscheidungen in der Einrichtung sowie zu Beschwerdeverfahren in persönlichen Angelegenheiten.


Download
Bundeskinderschutzgesetz.pdf
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Besserer Kinderschutz durch mehr Handlungssicherheit für Ärzte - 27.07.2017

 

Link (Quelle: www.bmfsfj.de)


Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.

Link (Quelle: www.dksb.de)

 

DKSB Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Link (Quelle: DKSB Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.)

 

Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Schwerin e.V. 2016

Link (Quelle: www.kinderschutzbund-schwerin.de)


Kitarechtler.de Folge 162: Kinderschutz & Kindeswohl - Der Unterschied zwischen §8a und §8b SGB VIII?

Link (Quelle: www.facebook.com)


Broschüre "Kindesmisshandlung" vom "Bund Deutscher Kriminalbeamter"

Download
Broschüre_Kindesmisshandlung_01.pdf
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Sexueller Missbrauch von Kindern - Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Link (Quelle: www.polizei-beratung.de)


Kinderabholung von alkoholisierten Personen

 

- Polizei anrufen, event. noch Eltern und Jugendamt

 

Strafgesetzbuch § 34 Rechtfertigender Notstand

Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. 2Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.


Kita-Eltern, die alkoholisiert ihre Kinder abholen

 

Was sollen Erzieher machen, wenn alkoholisierte Eltern nachmittags ihre Kinder aus dem Kindergarten abholen wollen?

 

von Rechtsanwalt Holger Klaus, VEST Rechtsanwälte LLP

 

Link (Quelle: /kitarechtler.de)


Für Kinder aus Suchtfamilien (nützliche Hinweise auch für Tagespflegepersonen)

 

Link (Quelle: www.coa-aktionswoche.de)

Link zum Video "anders als bei anderen" Kinder aus suchtbelasteten Familien


Rassismus und Kindererziehung: Droht Verlust des Umgangsrechtes?

24.09.2015

Bei allen Fragen zu Sorge- und Umgangsrecht steht nur eins im Mittelpunkt: das Kindeswohl.

 

Link (Quelle: anwaltauskunft.de)


Kita-Qualität: Abgrund unterm Regenbogen - 3. Mai 2016

"Keine Angst, ich sperr Dich nicht ein!" Was Kinder mit Erzieherinnen erleben können: Recherchen von ZEIT ONLINE zeigen systematische Probleme in der Boombranche Kita.

 

Link (Quelle: www.zeit.de)